Was hat Sie zu „Sommersturm“ inspiriert?

Der Sommer 2015, als Deutschland für hunderttausende Flüchtlinge zu einem Sehnsuchtsland wurde und in diesen dramatischen Wochen tausende von Bundesbürgern mit spontaner Hilfsbereitschaft die Welt überraschten.

Wie würden Sie die Handlung kurz skizzieren?

In 25 Tagen kämpft sich eine syrische Flüchtlingsgruppe von der türkischen Westküste über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich bis nach Norddeutschland durch, während eine kleine Landgemeinde der Nordheide in ihren Grundfesten erschüttert wird, weil sie 60 Flüchtlinge aufnehmen soll. Gleichzeitig müssen sich die Mächtigen in Berlin, Brüssel, Wien und Budapest zwischen europäischen Werten oder Rechtspopulismus entscheiden.

Wieso hatten Sie das Bedürfnis über die sogenannte Flüchtlingswelle im Sommer 2015 zu schreiben?

Mit „Sommersturm“ möchte ich den unbekannten Helfer, den anonymen Flüchtlingen, den politischen Entscheidern und den Gegnern der Asylpolitik Gesicht, Stimme und eine eigene Identität geben.

Warum haben Sie einen „dokumentarischen“ Roman geschrieben?

Momentan beherrscht eine globale Pandemie unser Denken, die sich auf das Leben aller Menschen weltweit auswirkt. Dagegen traf die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 Deutschland fast allein und führte zu enormen Veränderungen: Das politische System der „alten“ Bundesrepublik zerbrach, Fremdenhass und „Willkommenskultur“ standen sich unversöhnlich gegenüber und ein Riss ging durch die Gesellschaft.

Um diesen gewaltigen Umbruch glaubhaft beschreiben zu können, musste ich intensiv recherchieren. Herausgekommen ist dann ein „dokumentarischer“ Roman, der ganz dicht an der Wirklichkeit ist.

Wieso haben Sie sich als Schauplatz Ihres Romans für eine kleine norddeutsche Gemeinde Ihrer Heimatregion entschieden?

Weil ich das Leben auf dem Land liebe, mit seiner übersichtlichen Beharrlichkeit, dem unverfälschten Zusammenleben und der norddeutschen Gelassenheit. Und weil dieser kleine Kosmos verletzlich ist, wenn von außen Fremdes eindringt.

Was passierte nach diesen 25 Tagen?

Die 60 Flüchtlinge begannen sich gerade in der Gemeinde einzuleben und erste zaghafte Kontakte zu den Einheimischen aufzunehmen, als die Silvesternacht 2015/16 in Köln und Hamburg die deutsche „Willkommenskultur“ zerstörte und die bisherige Flüchtlingspolitik ihre überwältigende Zustimmung verlor.

Wie erleben Sie jetzt die Situation der Geflüchteten in der Nordheide?

Die anfänglich überzogene Euphorie ist bei Flüchtlingen und deutscher Bevölkerung verflogen. Den Alltag bestimmt jetzt das Asylverfahren, das Erlernen der deutschen Sprache, die Anerkennung von Zeugnissen und die Suche nach Perspektiven. Dabei sind erste berufliche Erfolge wichtig, weil sie auch die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer motivieren, deren bewundernswertes Engagement noch immer entscheidend ist.

Mit Freude recherchiere ich jetzt für einen Fortsetzungsroman: Denn das Zusammenleben von Flüchtlingen und Dorfbewohnern bleibt spannungsreich und neue Gefahren bedrohen die Menschen der kleinen Gemeinde in der Nordheide!

Welche Leser*innenschaft wollen Sie mit dem Buch ansprechen?

Das Buch beschreibt 25 Tage im Jahr 2015, die uns alle aufgewühlt haben. Und „Sommersturm“ ist ein packender Roman mit berührenden Einzelschicksalen, spannender Handlung, dramatischen Entscheidungen, Liebe, Gefahr und einem Happy End. Ich bin sicher, dass Leserinnen und Leser Freude an dieser Erzählung haben werden.

Welche Reaktionen erhoffen Sie sich?

Viele Lesungen mit offenen Diskussionen und weitere Anregungen für den Fortsetzungsroman.

Was lesen Sie privat gern?

Meine große Liebe gilt den Erzählern Theodor Fontane und Siegfried Lenz. Auch beschäftige ich mich intensiv mit geschichtlichen Themen und besonders dem Konflikt zwischen Österreich und Deutschland. Gerne lese ich klassische Krimis und gut recherchierte historische Romane.

Hubertus Godeysen

Autor des dokumentarischen Romans

Sommersturm



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Hubertus Godeysen

Sommersturm. Ein dokumentarischer Roman über die Flüchtlingswelle

Fünf Jahre nach der großen Flüchtlingswelle im Sommer 2015 blickt dieser dokumentarische Roman auf die damaligen Ereignisse zurück. Er beleuchtet 25 Tage voller Dramatik, Gefahr, Verzweiflung, Not und Menschlichkeit und erzählt von bewegenden Einzelschicksalen. Der Roman gibt den anonymen Flüchtlingen und den unbekannten engagierten Helfern Gesicht, Stimme und eine eigene Identität. Wie das politische Krisenmanagement in Berlin, Brüssel, Wien und Budapest aussah und welche Auswirkungen es auf die Menschen in Norddeutschland hatte, zeigt der Roman anschaulich und feinfühlig.


kartoniertes Buch

Februar 2021, 1390 Seiten

Preis Buch vsl. € 16,00 [D]

ISBN 978-3-948486-34-1

eBook epub

ISBN 978-3-948486-36-5

Preis eBook € N.N. [D]

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Leseprobe

Hubertus Godeysen

Über den Autor

Hubertus Godeysen, geboren 1949 in Lüneburg, begann seine journalistische Tätigkeit in Hannover und war dann in Norddeutschland, Brüssel und Wien in der Medienarbeit aktiv. Heute publiziert er als freier Journalist. Mit dem Bestseller „Piefke – Kulturgeschichte einer Beschimpfung“ gelang Godeysen 2010 der Durchbruch als Schriftsteller. 2014 schrieb er gemeinsam mit dem Wiener Journalisten Hannes Uhl das auch international erfolgreiche und ins Englische übersetzte Buch „155 – Kriminalfall Kaprun“. Hubertus Godeysen ist verheiratet und lebt südlich von Hamburg.

Mehr unter: www.hubert-godeysen.de